Das Krankheitsbild aus Sicht der Chinesischen Medizin (TCM)

Migräne

Krankheitsbild

 

Migräne, die heftige Form der Kopfschmerzerkrankung, scheint eine moderne Krankheit zu sein. Neuere deutsche Schätzungen kommen auf eine Verbreitung von 14 % bei den Frauen und 7 % bei den Männern. Hilfe bekommen die Kranken von schulmedizinischer Seite nur begrenzt. Wenn sich Erfolge einstellen, sind sie oft nur von kurzer Dauer. Zweitens besteht die Gefahr einer Gewöhnung an die Medikamente und der durch sie hervorgerufenen Langzeitschäden.
Die Behandlung mit alten chinesischen Methoden bietet sich hier als Alternative an. Als Basis dient die Therapie durch Arzneien. Akupunktur und andere äußere Verfahren können zwar in leichteren Fällen ausreichen und bei schwereren Verläufen sind sie in jeder Behandlungsphase von Nutzen. Ein wirklicher Behandlungsdurchbruch aber wird bei der letzteren Klientel erst durch den zusätzlichen Einsatz der Arzneitherapie erreicht.
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Zeitverlauf der Migräne im unbehandelten Fall
Bei der Migräne handelt es sich um schwere Kopfschmerzen, die in Anfällen auftreten und mit Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen und anderen allgemeinen Symptomen wie Frieren und Taubheitsgefühlen verbunden sein können. Häufig ist die Kopplung an den weiblichen Zyklus. Die Patienten kennen meistens die Faktoren, die in ihrem Fall den Anfall auslösen. Die Art des Auslösers - Regelblutung Wetterwechsel, Stress, bestimmte Nahrungsmittel - liefert Anhaltspunkte für die individuelle Kopfschmerzdiagnose. Aus chinesischer Sicht gleicht keine Migräne der anderen.
Der Migränepatient kann in der Regel auch den Verlauf eines typischen Anfalls beschreiben: die Vorboten, den Schmerzcharakter und den Schmerzort (meistens halbseitig), wann das Erbrechen kommt usw.
Zeitverlauf der Migräne - Feinauflösung
Patienten, die ihre Anfälle nicht mit Medikamenten unterdrücken, machen eine weitere wichtige Beobachtung: Nach dem Anfall ist Ruhe. Der Zustand ist stabil für Tage oder Wochen - als ob sich mit dem Anfall etwas entladen hätte. Nach einem durchgestandenen Migräne-Anfall gerät der Patient in eine Phase, in der er gegen die sonst so gefährlichen Anfallsauslöser gefeit ist. Nach dem Anfall wird das Eis dann von Tag zu Tag und von Woche zu Woche immer dünner: Es baut sich zunehmend eine vulnerable, instabile Verfassung auf, bis schließlich geringste Reize ausreichen, um einen Anfall auszulösen.
Bei aufmerksamer Beobachtung der Anfallsabfolge drängt sich der Eindruck auf, dass mit dem Anfall eine Art Spannung abgelassen wird, die sich dann bis zum nächsten Anfall kontinuierlich wieder aufbaut (Abbildung 1 und 2).
Zeitverlauf der Migräne bei Anfallsbehandlung
Dieser "natürliche" Zeitverlauf der Migräne wird auf eine typische Weise verändert, wenn der Anfall durch die frühzeitige Einnahme von akut wirksamen Medikamenten "kupiert", gleichsam abgeschnitten wird (Abbildung 3). Die Folge ist – unabhängig davon, ob Triptane oder Ergotamin oder Aspirin eingenommen werden – immer die gleiche: Der nächste Anfall kommt früher als im unbehandelten Fall.
Das Kupieren des Migräne-Anfalls hinterlässt sozusagen einen unerledigten Rest in der Anfallsabwicklung, es bleibt eine Art Nachholbedarf, der den nächsten Anfall früher herbeiruft als im unbehandelten Fall. Langfristig steigt die Anfallsfrequenz bis hin zu dem beklagenswerten Zustand, dass die Anfallsauslösung ausschließlich durch den Medikamentenspiegel bestimmt ist: Wenn der Grenzspiegel unterschritten wird, kommt die Migräne, was die Patienten veranlasst, erneut zum Medikament zu greifen. Diese Medikamenten-Abhängigkeit entwickelt sich bemerkenswerterweise unabhängig von der Art des Migräne-Mittels. Maßgeblich scheint demnach nicht die chemische Struktur der eingesetzten Substanzen zu sein, sondern die Tatsache, dass der Schmerz genommen wird.
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Zu Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich hat die Klinik am Steigerwald ihr Behandlungsverfahren der traditionellen chinesischen Medizin evaluiert.

Die Ergebnisse der Studie, die in der Fachzeitschrift "Forschende Komplementärmedizin" veröffentlicht ist, finden Sie neben weiteren Informationen auf der Seite www.tcm-studien.de.